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Zukunftsperspektive
und Zielfindung für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen
Aktuell
Neuer Projektzyklus "Zukunftsperspektive und Zielfindung für jugendliche MigrantInnen"
Projektzyklus 01/09: 19.01-09.04.2009
Zielgruppe:
Junge AsylwerberInnen und MigrantInnen im Alter von 16 - 25 Jahren, die nicht (mehr) im Bildungssystem integriert sind und/oder die aufgrund psychischer, sozialer der gesundheitlicher Probleme zusätzlicher Betreuung bedürfen
Inhalte:
Basisqualifikation in der Gruppe: Deutsch, PC, Gesundheit, Bildung; individuell: Beratung und Begleitung, Schnupperpraktikum
Ziele:
Entwickeln von individuellen Zielen und Unterstützung bei der Umsetzung; aktives Lernen; gesundheitliche und soziale Prävention
Information und Anmeldung bei Maga. Isabel Wurster (isabel@omega-graz.at
Tel: 0316 / 773554-19)
Allgemeines zum Projekt
Das Ziel, Familien mit besonderen
Bedürfnissen zu betreuen,
bedingt, dass auf verschiedene
Personen in unterschiedlichsten
Lebenssituationen eingegangen
werden muss. Jedes Familienmitglied
bringt seine individuellen
Bedürfnisse mit, damit die
Familie gesunden kann, sollten
alle entsprechende Unterstützung
bekommen.
Leider besteht das große Problem,
dass insbesondere für
jugendliche AsylwerberInnen
- ein wesentlicher Teil des familiären
Systems - die traumatische
Lebenserfahrungen in
ihrer Heimat gemacht haben,
Ressourcen für die Betreuung
und Hilfestellung begrenzt sind.
Die Ausgangslage dieser jungen
Menschen, die sich in einem
Lebensabschnitt befinden, der
von beruflicher Orientierung,
Ausbildung/Studium, Arbeit,
Beziehung und Partnerschaft gekennzeichnet
sein sollte, ist eine
schwierige, da sie die von ihnen
verlangten Anforderungen aufgrund
ihres unsicheren Status
zum Großteil unzureichend bis
gar nicht erfüllen können. Es gibt
keine Ausbildungsmöglichkeiten
wie Lehrstellen oder fortführende
Schulen, diese jungen Menschen
stehen ohne Perspektiven
und finanzielle Mittel da. Diese
Situation führt unweigerlich zu
Stress und hohen psychischen
Belastungen, viele reagieren
mit typischen Symptomen wie Schlafstörungen, Nervosität bis hin zu aggressivem Verhalten
oder depressiven Verstimmungen. Die Gefahr einer Chronifi-
zierung besteht, was in weiterer Folge zu längerfristigen psychischen
und auch physischen Beeinträchtigungen führt. Auf
Basis dieser Überlegungen wurde für diese Gruppe - jugendliche
AsylwerberInnen und MigrantInnen für die Altersgruppe
16- 25 dieses Projekt konzipiert.
Projektaktivitäten:
Zunächst führten wir eine Fragebogenerherbung mit 54 AsylwerberInnen
im Alter von 16 bis 25 Jahren durch (die Liste der
Personen wurde uns vom Landesflüchtlingsbüro und der Caritas
zur Verfügung gestellt). Ziel war es, die aktuelle Lebenssituation
der jugendlichen AsylwerberInnen zu erfassen und zu versuchen,
Kursangebote bis hin zu individuellen Unterstützungsangeboten
zu etablieren. Alle 54 Personen wurden vorab brieflich
über unser Anliegen und Angebot informiert. 8 Personen konnten
wir nicht erreichen, da sie verzogen oder eingeschult waren
und damit nicht in unsere definierte Zielgruppe fielen. Von den
46 verbliebenen Personen füllten 23 Personen einen Fragebogen
aus (persönlich oder aufgrund der Entfernung telefonisch), der
Aufschluss über die aktuelle Situation der Personen geben sollte.
Die hohe Ausfallsquote von 50% war auch dadurch begründet,
dass vor allem afrikanische AsylwerberInnen Misstrauen
und zum Teil Angst zeigten, sodass für diese Gruppe künftig
ein anderer Zugang gewählt werden sollte. Aus der Erhebung
geht hervor, daß tatsächlich nur drei Personen einer Tätigkeit
nachgingen (Kurs), alle anderen waren ohne Beschäftigung. In
den Heimatländern waren 13 der Befragten in Schulen gewesen,
acht hatten gearbeitet oder zumindest mitgearbeitet. Im Vergleich
dazu gaben die Befragten für den Aufenthalt in Österreich
ausschließlich Tätigkeiten wie Sport, Musik, Lesen,.. an,
da ihnen Schule und Arbeit aufgrund ihres unsicheren Status
verwehrt blieben. Knapp 50% der Befragten berichteten von
seelischen Problemen innerhalb der letzten 12 Monate, die fast
ausschließlich mit Freunden und innerhalb der Familie besprochen
oder aber ganz für sich behalten wurden. Diese Ergebnisse
sprechen dafür, daß es insbesondere für diese Gruppe vermehrt
Betreuungs- und Beschäftigungsprogramme geben muß. Die
Ergebnisse dienten als Basis für das Gruppenangebot, das OMEGA
für einen Teil diese jungen Menschen konzipiert und mit
ihnen durchgeführt hat.
Gruppenangebote/-betreuung:
Dieses bestand aus einem
sechswöchigen Modulangebot für junge AsylwerberInnen und
MigrantInnen mit folgendem Inhalt: EDV, Deutsch, individuelle
Lebensplanung und Berufsorientierung sowie
gesundheitsspezifische Themen. Die neun TeilnehmerInnen
im Alter von 17 - 23 Jahren kamen aus
Tschetschenien (3), aus Nigeria(3), aus Georgien (2)
und Mazedonien (1). Die ersten Wochen wurden
zur Gruppenfindung genutzt, was durch das engmaschige
Angebot (Kurseinheiten an vier Tagen pro
Woche) intensiviert wurde. Alle Teilnehmerinnen
hatten sich erhofft, hier in Österreich ihre Zukunft
gestalten zu können, was aufgrund ihres unsicheren
Status bisher aber nicht möglich gewesen war. Umso
engagierter war ihre Teilnahme an den Kursangeboten
insbesondere in den Deutsch- und Computerkursen.
Individuelle Beratungsgespräche waren vor
allem dahingehend notwendig, die unsichere Situation,
drohende Abschiebung, emotionale Probleme
und Stresssituationen bewältigen zu können. Das
Erarbeiten von gesundheitsspezifischen Themen
führte zu einem besseren Verständnis der eigenen
Gesundheit und dem Gesundheitssystem in Österreich
gegenüber und bot zusätzlich die Möglichkeit,
in persönlichen Gesprächen Hilfestellungen bei gesundheitlichen
Problemen zu erhalten. Das Erleben
in der Gruppe führte durchwegs zu einer zumindest
vorübergehenden Verbesserung der allgemeinen Be-
findlichkeit.
Für Jugendliche ist die Flüchtlingssituation aufgrund
ihrer spezifischen Entwicklungsphase erheblich erschwert,
deshalb wurde auch versucht, gerade für
diese Zielgruppe Angebote und Hilfen zu erstellen.
Die Fragebogenerhebung mit ursprünglich 54 jungen
AsylwerberInnen hat viele Probleme aufgezeigt, denen
wir aber nur zum Teil begegnen konnten. Hier
noch effektivere Maßnahmen zu entwickeln, insbesondere was
die Erreichbarkeit und Motivation dieser jungen Menschen betrifft,
bleibt weiterhin ein Auftrag. (Mehr Informationen über
die Erhebung und Ergebnisse erhalten Sie über Frau Mag.a Andrea
Janisch).
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