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Sozialpädagogische Nachmittage - Jugendbetreuung durch Integration und psychosoziale Unterstützung
Aktuell>
Beinn der Sozialpädagogischen Nachmittage ab Oktober 2011
Für Schulkinder aus jedem kulturellen Kontext
im Alter von 10-14 Jahren
Jeden Donnerstag, 15 - 18 Uhr
Verein OMEGA in der Albert-Schweitzer-Gasse 22
- Kostenlose Betreuung
- 1,5 Stunden Soziales Lernen & Lernstrategien für die Schule
- 1,5 Stunden Aktivitäten, Workshops, Kreatives, Spiele…
Ziele: Soziales Lernen, Copingstrategien, Förderung von Kreativität, Interkultureller Austausch, Freude am Lernen & Elternberatung
Anmeldung und Kontaktperson: Mag.a Elke Hecher, Tel. 0316 / 316-773554 - 19 oder elke@omega-graz.at
» Flyer (PDF)
» Ein paar Impressionen der letzten Monate (PDF)
Situation jugendlicher Flüchtlinge:
Der Alltag im Flüchtlingsheim ist geprägt von Isolation, Apathie,
Sorge um die Verwandten und von den Nachwirkungen
erlebter Traumata (akute Belastungsstörungen, PTSD, depressive
Verstimmungen). Für Jugendliche kommt die schwierige
Phase der Pubertät hinzu, eine stärkere Orientierung an der
Gruppe der Gleichaltrigen, Suche nach Identität, Rollenkon-
flikte, Konflikte mit den Eltern. Erschwert wird diese Phase
für Flüchtlingsjugendliche dadurch, dass die meisten Familien
durch das Verlassen der Heimat einen massiven Statusverlust
erleiden mussten, es gibt kein oder nur wenig Geld, oft
besteht die Wohnung für die gesamte Familie aus ein oder
zwei Räumen. Materielle Güter, die in diesem Lebensalter
einen beträchtlichen Stellenwert einnehmen, gibt es so gut
wie keine, sodass diese Jugendlichen mit großen Schamgefühlen
kämpfen und ihre Herkunft, ihre Lebensumstände
verschweigen. Dies führt zu emotionalem Druck, massiven
Selbstwertproblemen, Schuldgefühlen der eigenen Familie
gegenüber und Insuffizienzgefühlen. Auf Basis dieses Hintergrundwissens
wurden und werden die Angebote OMEGAs
konzipiert. Bereits seit einigen Jahren gibt es bei OMEGA die
offenen Jugendnachmittage, die zum Ziel haben, schulische
Unterstützung sowie soziales Erleben und psychologische
Hilfestellungen in einem sicheren und stabilen Rahmen für
Kinder und Jugendliche anzubieten.
Für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
sind die Anforderungen des schulischen Alltags erheblich
erschwert, da ein Großteil von ihnen mit sprachlichen Defiziten
konfrontiert ist, wobei sie von ihren Eltern und anderen
Familienmitgliedern keine Unterstützung erwarten können.
Ziele, die sich die Jugendlichen setzten und Erwartungen hinsichtlich
der Zukunftsgestaltung von seiten der Eltern stimmen
oft nicht überein, sodaß innerfamiliäre
Konflikte und Leistungsabfall in der Schule, emotionaler
Rückzug bis hin zu aggressivem Verhalten bei den betroffenen
Kindern und Jugendlichen auftreten. In Gesprächen mit den
Betroffenen, deren Eltern und LehrerInnen wird versucht, Lösungsschritte
zu finden. Der kontinuierliche Kontakt in der
Gruppe und die Unterstützung in schulischen Belangen ist
dabei sehr förderlich. Die Vernetzung mit Schulen (Afritsch,
Bertha von Suttner, VS St. Andrä, Fröbel, HS St. Andrä, Kepler),
Flüchtlingsquartieren und anderen Einrichtungen sind
dabei ebenfalls wichtige Komponenten.
Projektaktivitäten
1. Die offenen Jugendnachmittage fanden jeweils am Mittwoch
von 15.00 - 18.00 Uhr bei OMEGA statt. Es etablierten
sich zwei sozialpädagogische Gruppen, eine Gruppe,
die spezifisch das Erlernen der deutschen Sprache zum Ziel
hatte und eine zweite Gruppe, die Unterstützungsbedarf in
den unterschiedlichen Schulfächern zum Inhalt hatte.
Ebenso wichtig waren die Pausen, in denen sich die Kinder
und Jugendlichen je nach Wetterlage spielerisch und sportlich betätigten. Hier war auch
Zeit für weitere Gespräche und
zum Einleiten etwaiger zusätzlicher
Betreuungsangebote.
Die Betreuungsangebote umfassten
sozialarbeiterische und
psychologische Hilfen bei sozialen
und psychischen Problemen,
bei schulischen Schwierigkeiten
und familiären Problemen.
Erweitert wurden die Jugendnachmittage
um einen Computerkurs
für Kinder - auch dieses
Angebot völlig ungezwungen
und nicht verpflichtend.
2. Der Computerkurs für
Kinder und Jugendliche fand
jeweils Dienstags von 15.00
bis 16.30 statt. In Form von
pädagogisch nutzbaren Internetspielen
wurde den Kindern
Basiswissen vermittelt, Probleme
und Fragen, die beim Spielen
auftauchten wurden gelöst
bzw. beantwortet. Die Kinder
lernten den richtigen Umgang
mit dem Computer, wie sie sich
im Internet zurechtfinden, Dokumente
von einer Website zu
kopieren und auszudrucken sowie
Daten auf Speichermedien
zu übertragen. Die spielerische
Herangehensweise bewirkte,
dass mehr und mehr Kinder
mit konkreteren Wünschen und
Fragen an den Trainer herantraten
und deren Fähigkeiten im
Anwendungsbereich erweitert
werden konnten.
Der Computerkurs bietet die
Möglichkeit, über die Beobachtung
der Interaktion der Kinder
in der Gruppe sich mit anderen
BetreuerInnen der Kinder auszutauschen
und so ein ganzheitliches
Angebot zu erstellen.
Im gesamten Jahr 2006 nahmen
36 Kinder und Jugendliche aus
zehn verschiedenen Herkunftsländern
im Alter von 8 - 17 Jahren
an den sozialpädagogischen
Nachmittagen teil. Die durchschnittliche
Teilnahme pro
Nachmittag betrug 12 Kinder.
An den Computerkursen nahmen
insgesamt 42 Kinder und
Jugendliche aus sieben verschiedenen
Herkunftsländern
im Alter von 8 - 15 Jahren teil.
Hier betrug die durchschnittliche
Teilnahme 6 - 7 Kinder.
Im kommenden Jahr soll dieses
Angebot weiterhin bestehen
bleiben - die hohe Anzahl an
Kindern und Jugendlichen, die
daran teilnahmen, spricht dafür.
Um besser auf die Bedürfnisse
der Zielgruppe eingehen zu
können und die Jugendlichen
in die Gestaltung aktiv einbinden
zu können, soll auch eine
Erhebung an den umliegenden
Schulen durchgeführt werden.
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