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Pilotprojekt "Wir lernen spielerisch Deutsch im Kindergarten"

Auf Wunsch des Amtes für Jugend und Familie und Anregung von Dr. med. Ann Marie Reisinger vom ärztlichen Dienst der Stadt Graz und dem Kindergarten Andersengasse in Graz führten wir im Sommer das Kooperations- Pilotprojekt "Wir lernen spielerisch Deutsch im Kindergarten"- zur integrativen Förderung von Kindern nicht deutscher Muttersprache im Vorschulalter über einen Zeitraum von vier Wochen im Juli 2006 erfolgreich durch. Die Gruppe der teilnehmenden Kinder umfasste 14 Kinder aus Ungarn, der Türkei, Rumänien, China, Ägypten, Tunesien und Bosnien.
Das Projektteam bildeten drei BetreuerInnen, wobei eine DaF- Lehrerin gemeinsam mit zwei männlichen Kollegen in der Durchführung des Projekts jeweils paarweise zusammenarbeitete. Das Team arbeitete in Kooperation mit dem Kindergarten und verfügte über ein hohes Maß an Kompetenz und Erfahrung aus dem Integrationsprojekt "Muttersprachliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen durch Studierende", welches wir seit mehreren Jahren bei OMEGA durchführen.
Wöchentlich arbeiteten wir an drei Tagen mit den Kindern im Kindergarten und unternahmen am vierten Betreuungstag jeweils einen Ausflug zur integrativen Orientierung und kulturellen Bildung der Kinder.

Unser Ziel war es, diese Kinder in den Sommerferien vor ihrer Einschulung durch ein intensives Sprach- und Sozialtraining unterstützend auf die Schule vorzubereiten, den Schwerpunkt legten wir hierbei auf die sprachliche Unterstützung (so waren die Kinder sehr stolz darauf einen "echten Deutschkurs zu besuchen"), soziale Integration wie etwa Teamwork, Regeln, Konsequenz, Ko n f l i k t m a n a g e m e n t und Gruppenbildung waren jedoch ebenso Thema.
Spätestens nach unserem ersten gemeinsamen Ausflug ins Kindermuseum zur Ausstellung "Kopfüber Herzwärts"- über unseren Körper, waren wir zu einer Gruppe gewachsen, die Grundregeln ausdiskutiert und vereinbart und sowohl die Kinder als auch wir hatten viel Freude an der gemeinsamen Arbeit. Vom Kindermuseumsbesuch nahmen wir gleich die Morgengymnastik in unser Programm mit auf, welche sehr gut bei den Kindern ankam. Inhaltlich fokussierten wir jede Woche ein neues Thema und stellten uns der Herausforderung, es im Kampf gegen den Wunsch nach permanenten Fußballspielen und Rennen durchzusetzen. Der Bewegungsdrang der Kinder war enorm, durch ein kreatives und interessantes Angebot konnten wir sie jedoch auch für die Kursinhalte begeistern. Highlights für die Kinder waren der Maskenworkshop, das Basteln mit Montessori Materialien, Spiele wie Memory, Skipper oder Activity, und das Vorlesen von Geschichten. Ungeschlagen blieb ihr Interesse am Anschauen des Tierlexikons. Die inhaltlich behandelten Themen waren: Vom Ich zum Wir- Gruppenbildung, Familie, Körper, Kleidung, Essen und Trinken, gesunde Ernährung und Einkaufen, Tiere, Natur und Umwelt. Zauber, Masken und Theater.
Die gemeinsamen Ausflüge führten uns vom Kindermuseum, dem Augarten, über den Bauernmarkt und Stadtpark zum Naturschutzgebiet Rielteich bis zu Hänsel und Gretel, einem Theaterstück im Rahmen des Festivals La Strada.

Das Angebot an die Eltern, insbesondere Mütter, sich einmal in der Woche mit Fragen in Bezug auf Integrationsassistenz an uns zu wenden, wurde nicht in Anspruch genommen, da der direkte Zugang zu den Eltern und damit die Vertrauensbasis fehlte, hier ist zunächst eine andere Form der integrativen Auseinandersetzung nötig, beispielsweise in parallel zur Betreuung der Kinder stattfindenden "Mama lernt Deutsch - Kursen". Gerne beteiligten sich die Eltern aber mit einem kleinen Materialbeitrag für die Jause und die Ausflüge und waren stolz auch einen Beitrag für die Betreuung und Förderung ihrer Kinder zu leisten.

Abschließend können wir nach Rückmeldungen der teilnehmenden Kinder, ihrer Eltern und BetreuerInnen im Kindergarten resümieren, dass von dieser Maßnahme alle teilnehmenden Kinder profitiert haben. Wir würden uns freuen, dieses innovative Projekt im laufenden Betrieb eines Kindergartens bedarfsgerecht weiterführen zu können und in einem Folgeprojekt verstärkt die Eltern bzw. Mütter der Kinder inhaltlich einbinden zu können.

Projektteam:
Ramin Ravai, Mehdi Khalili- Kolahian, Nicola Baloch